Der dreifache Erwärmer – Teil 1

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Der dreifache Erwärmer – Teil 1

TCM Ernährung: Der dreifache Erwärmer – Verdauung ganzheitlich erklärt

 

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben Magen-Darm-Beschwerden, fühlen sich unwohl, vielleicht gebläht, ohne wirklich eine Darmerkrankung zu haben. Möglicherweise haben Sie auch Intoleranzen, Lebensmittelallergien, Heuschnupfen oder Allergien unbekannter Ursache. Oder Ihr Gewicht stagniert, ohne dass Sie wissen, warum. Denn eigentlich ernähren Sie sich gesund – vielleicht sogar lowcarb oder ketogen – und trotzdem stagniert das Gewicht. Wenn Sie herausfinden wollen, woran das liegen kann und wie Sie diese Probleme in den Griff bekommen können, dann wird Ihnen dieser Blogpost weiterhelfen!

 

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Heute möchte ich Ihnen das Verdauungssystem aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin vorstellen. Dabei werde ich auch darauf eingehen, wie sich dieses Wissen auf unsere westliche Welt übertragen lässt. Sie werden erstaunt sein, welches Potenzial für Ihre Gesundheit und für Ihr Wohlbefinden in dieser Kombination aus Ost und West schlummert!

In der TCM ist das Verdauungssystem als Dreifacher Erwärmer bekannt. Er wird oft als „Organ ohne Form aber mit Funktion“ beschrieben und wird als Funktionseinheit unserer Verdauung betrachtet. In der westlichen Medizin konzentrieren wir uns vor allem auf die messbaren Aspekte unserer Verdauung. Das heißt, wir kennen den Verdauungstrakt wirklich bis ins kleinste Detail, aber beschäftigen uns dabei nicht mit den anderen Aspekten, die ebenfalls in die Verdauung mit einfließen. Und genau da kommt der dreifache Erwärmer ins Spiel. Es geht also weniger um das Messbare, sondern darum, was eigentlich noch alles dahinter steckt und um das Zusammenspiel verschiedener Funktionskreise.

Ein Beispiel: Wir wissen zwar allerhand über unseren Grundumsatz und können diesen berechnen, messen und dabei unseren Kalorienbedarf ermitteln. Aber die Dynamik des Stoffwechsels, die dahinter steckt, kennen wir nicht. Wir haben also in der westlichen Medizin keine Ahnung, wie wir den Stoffwechsel dynamisieren oder bremsen können und wie wir auf die Verteilung der Energie Einfluss nehmen können. Wir spüren es zwar, dass wir nach dem Verzehr mancher Mahlzeiten richtig energiegeladen oder ganz im Gegenteil ganz schlapp und müde werden, haben aber oft keine Erklärung dafür.

 

TCM – Aufgaben des dreifachen Erwärmers:

  • Aufbau von Feuchtigkeit („Körpersäfte“) und Substanz
  • Dynamik des Stoffwechsels und des Verdauungsfeuers
  • Versorgung der Organe mit Energie (Qi), Säften und Nährstoffen
  • Umwandlung von Nährstoffen in verschiedene Energieformen
  • Gewinnung und Bereitstellung der Energie (Qi)
  • Basis einer stabilen Immunabwehr
  • Regulation der Körpertemperatur, Dynamik und Regeneration

 

Westliche Medizin – Was beschreibt das Verdauungssystem/Stoffwechsels:

  • Verdauungstrakt vom Mund bis Anus
  • Darmperistaltik
  • Zusammensetzung und -aufbau von Darmschleimhaut/-flora
  • Magen-Darmpassagezeit
  • Grundumsatz, Leistungsumsatz, Kalorienbedarf
  • Zusammensetzung von Magensaft, Speichel und Verdauungsenzymen
  • Verdauung, Aufnahme und Verwertung der Makronährstoffe
  • Analytische Bereitstellung von Mikronährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen

 

Zusammenspiel von Yin und Yang

Der dreifache Erwärmer entspricht durch seine „Funktionalität“ dem Yang, während unser messbares Verdauungssystem laut Schulmedizin dem Yin (= substanzhaft) zugeordnet wird. Die Anatomie, also das Yin, ist die Grundlage der Yang-Funktion. Denn wenn uns zum Beispiel ein Organ fehlt, dann kann diesem fehlenden Organ auch keine Funktion zugeschrieben werden. Der dreifache Erwärmer im Yang dient demnach einfach als Funktionspartner der Yin-Anatomie. Beide sind also untrennbar miteinander verbunden, ergänzen und unterstützen sich perfekt.

 

Aufbau des dreifachen Erwärmers

Eingeteilt wird der dreifache Erwärmer grundsätzlich in drei Abschnitte:

  • Oberer Erwärmer (Funktionskreis-Herz, FK-Lunge, Zwerchfell)
  • Mittlerer Erwärmer (FK-Milz/Pankreas, FK-Magen, FK-Leber, FK Dünn- und Dickdarm)
  • Unterer Erwärmer (Funktionskreis Niere/Blase, „Verdauungsfeuer“)

Dem gegenüber könnte man in der westlichen Ernährung folgende Bereiche stellen:

  • Keine Entsprechung bzgl. Verdauungstrakt (Lunge/Ausscheidung, Zwerchfell/Reflux)
  • Verdauungstrakt (Magen, Zwölffingerdarm, Leberenzyme, Pankreas)
  • Uro-Genitaltrakt (Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte)

 

Ungleichgewicht im dreifachen Erwärmer erkennen

Eines vorab: Die Symptompalette ist riesig, daher werde ich mich hier nur auf die gängigsten beschränken, deren Ursache im dreifachen Erwärmer liegen können. Zu den häufigsten Symptomen bei einem unausgeglichenen dreifachen Erwärmer zählen:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Unwohlsein nach dem Essen
  • Müdigkeit und Erschöpfung nach dem Essen
  • Konzentrationsmangel
  • Ständiges Gefühl von Hunger bis hin zu Heißhungerattacken
  • Intoleranzen und Allergien, die den Darm betreffen
  • Bindegewebsschwäche/Cellulite
  • Wassereinlagerungen bis hin zu sichtbaren Ödemen
  • Gefühl der Aufgedunsenheit
  • Übermäßige Fetteinlagerungen wie Lipödem
  • Geschwächte Immunabwehr bis hin zu Autoimmunerkrankungen
  • Neigung zu blauen Flecken
  • Rheuma 
  • (Diätresistentes) Übergewicht 
  • Untergewicht

 

Den dreifachen Erwärmer optimal mit der Ernährung unterstützen

Bei der Unterstützung des dreifachen Erwärmers steht an erster Stelle saisonales, regionales Essen, das den Jahreszeiten angepasst ist. Auf den übermäßigen Verzehr von thermisch kalten Lebensmitteln und Zubereitungen (vor allem im Herbst und Winter) sollte wenn möglich verzichtet werden. Stattdessen bieten sich hier vor allem suppig-saftige Gerichte, wie Kraftsuppen, Eintöpfe und gemüselastige Speisen an. Im Sommer sollte man auf thermisch neutrale bis frische Lebensmittel und Zubereitungen achten.

Ganz besonders unterstützend wirkt ein warmes Frühstück. Dieses ist unglaublich dynamisierend und ermöglicht ein Auftanken der Energie. Unabhängig von den Jahreszeiten gilt es auch sogenannte Hungerlöcher zu vermeiden. In der TCM wird viel Wert auf eine regelmäßige Energiezufuhr gelegt. Übermäßiges Hungergefühl sollte dabei also nicht aufkommen. Gerade deshalb bietet sich auch eine lowcarb oder ketogene Ernährung so gut an, da es hier zu keinen solcher Hungerlöcher kommen kann.

 

Im nächsten Blogpost erfahren Sie konkret, mit welchen Lebensmitteln Sie den dreifachen Erwärmer gezielt unterstützen können.

 

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