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Der dreifache Erwärmer – Teil 2

TCM Ernährung: Funktion und Ernährung zur Stärkung des Dreifachen Erwärmers – lowcarb

 

Im vorigen Blogpost, haben wir uns angeschaut, was der dreifache Erwärmer denn überhaupt ist und wie wir ihn ganzheitlich sowohl aus Sicht der TCM und der westlichen Medizin betrachten können. Hier möchte ich Ihnen noch näher erklären, mit welchen Lebensmitteln und mit welchen Zubereitungsmethoden Sie den dreifachen Erwärmer unterstützen können und auch, worauf Sie lieber verzichten sollten. Dieser Artikel richtet sich vor allem an Sie, wenn Sie Ihre Darmprobleme oder Ihr diätresistentes Übergewicht in den Griff bekommen und Ihre Immunabwehr sowie Ihr gesamtes Wohlgefühl steigern möchten.

 

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Zusammenfassung: Was ist der dreifache Erwärmer?

Nochmal kurz zur Erinnerung: Der dreifache Erwärmer ist quasi die Funktionseinheit zu unserem westlich-medizinisch bekannten Verdauungssystem. Man könnte auch sagen, er ist ein „Organ ohne Form aber mit Funktion“. Seine Aufgabe liegt unter anderem darin, die aus der Nahrung extrahierte Energie zu deren Bestimmungsort zu führen. Bildlich wird er oftmals als kleines Feuerchen mit Topf und Deckel dargestellt.

Die Einteilung erfolgt demnach in drei Teile: den unteren Erwärmer vom Nabel abwärts, den mittleren Erwärmer vom Nabel bis zum Brustkorb und den oberen Erwärmer im Brustkorb. Der Verdauungsablauf sieht dabei folgendermaßen aus: In den Magen im mittleren Erwärmer kommt der Speisebrei, wo dieser dann über das Verdauungsfeuer von unten gewärmt und genährt wird. Anschließend steigt er als eine Art Substrat auf. Einerseits beginnt dieses Nährsubstrat dann zu kondensieren und tröpfelt in kleinen Mengen wieder in den unteren Erwärmer, um auch da Nährinformationen abzugeben.

Hier kann man beispielsweise ganz bestimmte Lebensmittel einsetzen, um das Verdauungsfeuer anzukurbeln. Ein weitaus größerer Teil verdampft über den oberen Erwärmer nach außen und geht bis an die Hautoberfläche, befeuchtet dort alle Organe und versorgt sie mit der entsprechenden Energie und den entsprechenden Nährstoffen, die zuvor aus der Nahrung extrahiert wurden. Der mittlere Erwärmer ist dabei vorrangig entscheidend bei der Einteilung, wo welche Energie hingeht.

 

Was dem dreifachen Erwärmer schadet

Schwer wird es für den mittleren Erwärmer, wenn andauernd denaturierte Nahrung in den Körper kommt. Damit meine ich vor allem hoch industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich hoch industriell verarbeitete Grundnahrungsmittel – also auch zum Beispiel raffiniertes Getreide, raffinierte Öle, Transfette und alle Zubereitungsarten, die nicht mehr natürlich sind. Wenn wir uns tagtäglich mit Junkfood vollstopfen, dann kann unser Körper das einfach nicht mehr verwerten und der dreifache Erwärmer kann keine Nährinformation weiterleiten. Das ist auch der Grund, warum der Körper mit der Zeit mehr und mehr beginnt, einzulagern – sei es in Form von Fettpölsterchen oder Wassereinlagerungen. 

Denaturierte Lebensmittel sollten also bestmöglich vermieden werden. Daneben spielt auch die Zubereitungsart der Lebensmittel eine wichtige Rolle: Und zwar sollte diese suppig-saftig sein. Wenn wir gut durchgekautes, gut eingespeicheltes und saftig-suppig Zubereitetes in uns hinein bekommen, hat unser unterer Erwärmer die Möglichkeit, das Ganze so warm zu machen, dass die Nährsubstrate dann auch wirklich aufsteigen können, wo sie über den oberen Erwärmer dann in die Peripherie verteilt werden.

Dieser „Dampf“ stellt übrigens auch die Grundlage unserer Immunabwehr dar. Das heißt, je weniger suppig-saftiges wir in unseren mittleren Erwärmer hinein bekommen, desto weniger kann dampfen, was sich wiederum negativ auf unsere Immunabwehr auswirken kann. Das Ganze ist hier natürlich über einen längeren Zeitraum zu verstehen und passiert nicht von heute auf morgen, nur weil Sie einmal etwas trockenes gegessen haben.

 

Suppig-saftige vs. trockene Lebensmittel und Zubereitungen

Falls Ihnen nicht ganz klar ist, was denn nun mit suppig-saftig und trocken gemeint ist: Trocken ist grundsätzlich alles, was bildlich gesprochen nicht dampft, wenn es in unserem „Topf“ landet – sei es jetzt das Wurst-, Käse- oder Knäckebrot. Wichtig hierbei: Einfach etwas dazu zu trinken löst das Problem mit den trockenen Lebensmitteln auch nicht. Denn diese werden vor allem im unteren Erwärmer zur Ausscheidung benötigt. Suppig-saftig Zubereitetes bzw. auch Gemüse mit einem hohen Wasseranteil bleiben hingegen in diesem System des mittleren Erwärmers.

Das erklärt auch, warum viel trinken alleine nicht ausreicht, um die Haut gut zu durchfeuchten, gegen trockene Beine zu wirken oder Verstopfungen zu lösen. Stattdessen gilt es hier wirklich zu schauen, dass der dreifache Erwärmer gut versorgt ist. Das gelingt wie gesagt durch die suppig-saftige Zubereitung und einen hohen Gemüseanteil. Auf Dauer wird sich auf diese Weise Ihre Verdauung regulieren und Ihre Haut wird besser durchfeuchtet.

 

Darauf sollten Sie in Ihrer Ernährung achten, um den dreifachen Erwärmer zu unterstützen:

  • Möglichst naturbelassene Lebensmittel
  • Gut kauen
  • Gut einspeicheln
  • Suppig-saftig zubereiten
  • Möglichst warm essen/trinken

 

Als Faustregel gilt: Je kühler Lebensmittel beim Verzehr sind, umso mehr Energie muss der untere Erwärmer aufwenden, um diese zu erwärmen. Das ist nicht unproblematisch, da alles, was uns extra Energie kostet, noch müder und erschöpfter macht. Falls Sie sich also öfter träge und ausgelaugt fühlen, versuchen Sie doch mal zumindest eine Woche lang nur Speisen zu sich zu nehmen, die über Ihrer Körpertemperatur liegen. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Energie man in einer solchen Woche tanken kann! Rohkost wie Blattsalate sind dabei weiterhin erlaubt, man sollte sie aber als Beilage zum Hauptgericht essen.

 

Folgendes sollten Sie in Ihrer Ernährung vermeiden:

  • Magen überfüllen
  • Zu viel Trockenes essen
  • Zu kalte Speisen essen
  • Zu viel zum Essen trinken
  • Zu viel Tiefkühlkost
  • Zu viel Essen aus der Mikrowelle
  • Ständig essen/naschen

 

Optimaler Tagesablauf für den dreifachen Erwärmer

 

Start mit einem warmen Frühstück

Hierbei gibt es viele Möglichkeiten, die auch lowcarb-tauglich sind. Beispiele wären ein warmer Mandel-Brei mit Nüssen und Obst oder ein Chiasamen-Brei, aber auch pikante und süße Eierspeisen sind denkbar. Ergänzend können Sie hier auch gut mit dynamisierenden Kräutern und Gewürzen arbeiten.

 

Mittags und abends suppig-saftig

Als Hauptgerichte eignen sich Eintöpfe und Suppen aller Art ganz wunderbar. Sehr gerne bereite ich mir sehr suppige Gemüsegerichte mit einem zusätzlichen Proteinanteil – zum Beispiel in Form von Hühnerfleisch, Fisch oder Ei – zu. Im Sommer können es ruhig etwas leichtere Gemüsesuppen sein. Auch Salate aus gekochtem Gemüse sind eine gute Möglichkeit. Wenn Rohkostsalate gegessen werden, dann diese lieber etwas geringer halten und als Beilage zur warmen Mahlzeit essen. Wenn es Richtung Herbst und Winter geht, setzen Sie man am besten auf lang gekochte, kräftige Suppen und Eintöpfe, wie Hühner- und Rindsknochensuppen. Obst verzehren Sie am besten in Form von Mus oder Kompott – wieder in Kombination mit dynamisierenden Gewürzen.

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