Die Wirkung der Lebensmittel-Thermik
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Kurz gesagt
Laut TCM wirkt jedes Lebensmittel thermisch auf den Körper: kalt, erfrischend, neutral, erwärmend oder heiß. Das hängt vom Lebensmittel selbst und von der Zubereitung ab. Wie ein Essen auf dich wirkt, erkennst du mit einer einfachen Vorstellung: Wonach greifst du an einem heißen Sommertag, und wonach an einem eisigen Wintertag?
Was ist die thermische Wirkung von Lebensmitteln? Die thermische Wirkung beschreibt laut TCM, wie ein Lebensmittel auf deinen Körper wirkt: kalt, erfrischend, neutral, erwärmend oder heiß. Sie hängt vom Lebensmittel selbst und von der Zubereitung ab.
Lebensmittel können unseren Körper auf unterschiedliche Weise beeinflussen: Sie können kalt, erfrischend, neutral, erwärmend oder heiß wirken. Neben dieser thermischen Wirkung der Lebensmittel selbst, spielt auch deren Zubereitungstechnik eine große Rolle. Je nach Zubereitungsart werden unterschiedliche physiologische Prozesse angestoßen – entweder beschleunigende oder verlangsamende.
Wie wirken Lebensmittel von kalt bis heiß?
Je nachdem, welchen physiologischen Effekt ein Lebensmittel bzw. dessen Zubereitungstechnik hervorruft, fällt es in einer der unten stehenden Kategorien. Das Temperaturverhalten gibt Auskunft über die energetische Dynamik des jeweiligen Nahrungsmittels.
- Heiß: vertreibt Kälte, erhitzt und dynamisiert stark, trocknet aus
- Erwärmend: wärmt, unterstützt Energie, dynamisiert
- Neutral: harmonisiert, baut Energie auf
- Erfrischend: kühlt, baut Säfte auf, verlangsamt
- Kalt: vertreibt Hitze, kühlt stark, verlangsamt extrem
Warum ist eine Zwiebel keine Zucchini?
In der westlichen Diätetik würde man zwar offensichtlich erkennen, dass eine Zwiebel nicht so viel mit einer Zucchini gemeinsam hat. Ansonsten macht die westliche Diätetik zwischen den beiden Gemüsen jedoch keinen großen Unterschied fest: Beide haben den gleichen Kaloriengehalt, kein Eiweiß, kein Fett, wenig Kohlenhydrate und auch in der Zusammensetzung von Vitaminen und Mineralstoffen ähneln sie sich.
Werfen wir jedoch einen Blick in die Traditionelle Chinesische Medizin, sieht die Sache schon anders aus: Laut TCM (aber auch in unserer alten „Hausmedizin“) wird der Unterschied nicht nur durch Geruch, Geschmack, Farbe und Form festgestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt nämlich auf dem thermischen Verhalten (also der thermischen Auswirkung auf unseren Körper) des Gemüses: Wenn ich aus den Gemüsen jeweils eine auf die gleiche Weise zubereitete Suppe herstelle, so würde man im Sommer eher die Zucchinisuppe, im Winter aber die Zwiebelsuppe bevorzugen. Und das obwohl beide Suppen warm serviert werden! Aber warum ist das so? Die westliche Ernährungslehre ordnet Lebensmittel nach ihren Inhaltsstoffen, die Thermik beruht auf jahrtausendealter Erfahrung. Dieses Wissen gab es auch bei uns in der europäischen Volksmedizin, es wurde nur mündlich weitergegeben statt aufgeschrieben. Studien gibt es dazu kaum, die Naturheilkunde nutzt dieses Wissen trotzdem bis heute.
Wie wirken Zwiebel und Zucchini auf den Körper?
Zwiebeln haben eine thermisch wärmende – und damit Stoffwechsel ankurbelnde – Wirkung auf den Körper. Also genau das, was wir im Winter brauchen. Die Zucchini hingegen hat eine abkühlende, befeuchtende Wirkung. Beides sind Auswirkungen, die im Sommer ja notwendig sind, um nicht zu überhitzen und auszutrocknen. Durch die unterschiedliche thermische Wirkung dieser beiden Gemüsesorten wird auf einmal verständlich, warum uns das eine oder andere Gemüse auch mal besser und mal schlechter schmeckt.
Wie kombiniere ich Lebensmittel mit unterschiedlicher Thermik?
Auch, wenn es sich anbietet, je nach Jahreszeit die jeweilige thermische Wirkung von Lebensmitteln zu berücksichtigen, heißt das nicht, dass man gewisse Speisen z.B. nur in der kalten oder nur in der warmen Jahreszeit zu sich nehmen soll. Kein Lebensmittel ist per se „schlecht“ und komplett zu vermeiden: Viel mehr bestimmen Kombination, Zubereitungsart und die Menge die Auswirkung von Lebensmitteln auf den Körper. Wer im Winter beispielsweise nicht auf Orangen verzichten möchte (obwohl diese als Südfrucht aus warmen oder heißen Ländern eigentlich in die kühlende Kategorie fallen), der kann sie ganz einfach mit „warmen“ Gewürzen oder Speisen kombinieren (z.B. als Dessert nach einem wärmenden Fleischgericht oder als heißer Punsch mit Zimt und Nelken).
Wie erkenne ich die thermische Wirkung eines Lebensmittels?
Um die thermische Wirkung von Lebensmitteln und Speisen zu erfassen, braucht man nicht unbedingt Listen oder Tabellen. Viel wichtiger ist es, dass man – mit einer einfachen Methode – selbst wahrnimmt, wie sich die Lebensmittel und Speisen auf den eigenen Körper auswirken.
Dazu braucht man nur ein gutes Vorstellungs-Vermögen:
Schließ die Augen und stell dir vor, es wäre ein sehr heißer Sommertag. 36°C im Schatten und du machst eine intensive Wanderung. Es ist dir durch und durch heiß und du kommst an ein Buffet, auf dem sich ALLE vorstellbaren Lebensmittel und Getränke befinden. In deinem „hitzigen“ Zustand –welche Lebensmittel und Getränke sind jetzt deine allererste Wahl? Alle diese Lebensmittel und Getränke wirken stark kühlend oder erfrischend – unabhängig von ihrer tatsächlichen Temperatur. Du hättest wahrscheinlich zu Wassermelone, Ananas, Tomatensalat, Gurkensuppe, Zitronenwasser, Joghurt mit Früchten, Hühnergeschnetzeltem mit gedünstetem Gemüse u.ä. „gegriffen“.
Weitere Vorstellung:
Es ist Winter. Eisig kalt. Du bist klapper-erfroren und findest wieder das tolle Buffet mit allen Lebensmitteln und Getränken, die man sich nur vorstellen kann. Was ist nun deine allererste Wahl? Alle diese Lebensmittel wirken stark erhitzend oder erwärmend – unabhängig von ihrer tatsächlichen Temperatur. Nun hättest du wahrscheinlich zu Kraftsuppe, Gulasch, Ingwertee, Grillgemüse, Apfelmus mit Zimt, Hirschgeschnetzeltem mit Blaukraut u.ä. „gegriffen“.
Alle Lebensmittel und Getränke, die man sowohl im Hochsommer, als auch im Winter essen bzw. trinken würde, aber NICHT als erste Hilfe in oben genannten Situationen helfen würden, sind thermisch eher neutral und daher in jeglicher Situation völlig unbedenklich.
Wie verändert die Zubereitung die Thermik?
Auch die Art der Zubereitung hat eine Auswirkung auf das thermische Verhalten von Lebensmittel und Speisen. Eine rohe Tomate ist extrem abkühlend, leicht in Olivenöl angebraten z.B. wird sie erfrischend. Unter Zugabe von Zwiebel, Knoblauch und getrockneten Gewürzen (Pfeffer, Oregano z.B.) wird die Tomate erwärmend.
Man kann ihre abkühlende Wirkung gezielt zum Harmonisieren von zu hitzigen Gerichte verwenden, um eine Überhitzung des Organismus zu vermeiden (z.B. Tomatensalat zu gegrilltem Fleisch im Sommer).
Gibt es ein Video dazu?
Auf meinem YouTube-Kanal findest du ein ausführliches Video mit weiterführenden Infos rund um die thermische Wirkung von Lebensmitteln:
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Häufige Fragen zur Lebensmittel-Thermik
Welche thermischen Kategorien gibt es?
Es gibt fünf: heiß, erwärmend, neutral, erfrischend und kalt. Heiß vertreibt Kälte und dynamisiert stark, erwärmend wärmt und unterstützt die Energie, neutral harmonisiert und baut Energie auf, erfrischend kühlt und baut Säfte auf, kalt vertreibt Hitze und verlangsamt extrem.
Wie erkenne ich die thermische Wirkung eines Lebensmittels?
Du brauchst dafür keine Listen. Stell dir einen sehr heißen Sommertag und einen eisigen Wintertag mit einem Buffet voller Lebensmittel vor. Was du im Sommer zuerst nimmst, wirkt kühlend oder erfrischend, was du im Winter zuerst nimmst, erwärmend oder erhitzend. Was du in keiner der beiden Lagen als Erstes nimmst, ist thermisch eher neutral.
Verändert die Zubereitung die thermische Wirkung?
Ja. Eine rohe Tomate wirkt extrem abkühlend, leicht in Olivenöl angebraten erfrischend. Mit Zwiebel, Knoblauch und getrockneten Gewürzen wie Pfeffer und Oregano wird sie erwärmend. Grundsätzlich gilt: Was stark angeröstet, gebraten oder gegrillt ist, wirkt eher wärmend. Was gedünstet und mit viel Wasser zubereitet ist, vor allem wenn es gemüselastig ist, wirkt eher erfrischend.
Muss ich im Winter auf kühlende Lebensmittel verzichten?
Nein. Kein Lebensmittel ist per se schlecht, Kombination, Zubereitung und Menge bestimmen die Wirkung. Orangen zum Beispiel kombinierst du im Winter mit warmen Gewürzen oder Speisen, etwa als Dessert nach einem wärmenden Fleischgericht oder als heißen Punsch mit Zimt und Nelken.
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Die Inhalte dieses Beitrags sind zur allgemeinen Information bestimmt und ersetzen keine persönliche Beratung oder Behandlung durch Arzt, Diätologin oder Therapeutin. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist ein Arztbesuch unerlässlich.
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